nmz – neue musikzeitung – 25.10.2017

Das szenische Arrangement klemmt bei den Aufstellungen der Figuren auf dem Podium. Die Soli sind noch nicht frei in ihren Parts und legen den Akzent deshalb auf oratorienhafte Distanz, wo Oscar Strasnoy aus seiner Partitur reichlich kantables und oft sehr schönes Sängerstroh in die musikalische Futterkrippe schüttet. Da gab es merkbar wenig Probenzeit. Die intensive Vorbereitung des Ernst-Senff-Chors Berlin durch Steffen Schubert zahlt sich dagegen mustergültig aus. Die kleinen Soli, die stellenweise madrigalartigen Perioden und ihre wellenförmige Balance mit dem Orchester machen klar, dass sich Oscar Strasnoy auch im Chor gestaltungsstarke Interpreten wünschte.

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